Das Schwarze Auge, In Alarichs Gnaden

[08] In Alarichs Gnaden – Der längste Tag

28. TSA (spät abends)

Welch langer Tag! Gestern um diese Zeit standen wir Aug in Aug mit unheiligem Gezücht, und des Dunklen Magus heißes Blut quoll noch frisch aus seinen Wunden. Das PHExenstück ist geglückt! Meine Gefährten hatten keinen geringen Anteil an der Überwindung dieses Frevlers, gerade von dem unerschrockenen Einsatz des Zwerges. Versteht er sich wohl auf feineres und magisches Handwerk, welches ihm besser zu bekommen scheint als menschlichen Magi, die alle mehr oder minder verrückt sind, langte er gestern Nacht doch sehr beherzt mit seinem Beile zu. Von unschätzbarem Wert hat sich seine Stirnlampe erwiesen, die mit ihrem blutroten Lichte uns mit der Götter Hilfe einen schnellen Sieg bescherte.
Einzig ein Detail bleibt – im letzten Momentum des Kampfes, ich befand mich in engem Schlagabtausch mit einem scheinbar magisch belebten Skelette, da erging mit meinem letzten Streich, zugleich mit dem Todesschrei des Frevlers hinter mir, ein blauer Funkenschlag, der zuvor in den Höhlungen des skelettenen Schädels ruhte, daraus und fuhr direkt in mich ein. Obschon ich seitdem keine unheilige Veränderung feststellen konnte, und der magiekundige Zwerg versicherte mir, dass Eisen Magie bindet, so werde ich doch zukünftig aufmerksam sein, dass sich kein böser Geist meiner oder, RONdra bewahre, meines Schwertes bemächtigt habe.

Den vergangenen Tag verbrachten wir mit vielfältigen Besorgungen um das Verhältnis zu den Oberen dieser Stadt. Mangelt es zwar gänzlich an Vertretern des Adels, so wäre wohl von ihnen auch nicht viel zu halten, hätten sie ihre Ehre doch mit Untätigkeit besudelt, und an sehr selbstbewussten Bürgern dieser Stadt mangelt es wahrlich nicht. Ziemt es ihnen auch standesgemäß nicht, ist dies wohl notwendiges Übel der Stadt, die sich stets nur dann ihres Lehnsherren besinnt, wenn ihre Mauern bestürmt und die Not groß ist.

Zum Grauen des dritten Tages von heute, am Windstag, werde ich über den selbsternannten Mogul Nekorius Gericht sprechen. In diesem Zuge werden wir unsere Herrschaft und mich als Baron zu Zweimühlen öffentlich proklamieren, zudem mehrere Dekrete erlassen, die den einfachen Bewohnern dieser Stadt einen für sie verständlichen Rahmen bieten mögen, die Rückkehr zu alter Ordnung zu erfassen und tätlich umzusetzen.

In diesen schweren Zeiten, in denen viele von Zweifeln an den Zwölfen geplagt sind und unter ungerechter Herrschaft darben, in denen scheinbar ein jeder uneingedenk seines Standes und der verbrieften Rechte und Titel seine Herrschaft willkürlich proklamieren kann, in denen das Kaiserreich zutiefst angeschlagen, das Königreich Darpatien vom Kronkonvent per kaiserlichem Dekret aufgelöst, die kaiserliche Herrschaft selbst angefochten, und der kaiserliche Marschall ohne Erfolg, seine Truppen mehr Wegelagerern und Strolchdieben gleichend, in diesen Landen umherziehen, in diesen Zeiten braucht es einen klaren Verstand, festen Entschluss und Mut im Herzen.

Möge RONdra uns beistehen.

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