7G, Das Schwarze Auge

Tobrien ist gefallen

Beilunk, du Stern der Hoffnung

Flucht. Zentrales Thema der Tobrien-Kampagne seit ihrem Beginn. Die Helden waren nicht die strahlenden sieben Gezeichneten und sollten auch nie Teil von diesen werden. Stattdessen waren sie nur normale Leute, die etwas mehr Glück hatten als viele andere und aus Mendena entkamen, als dieses nächtens gestürmt wurde. Verschlungene Wege führten sie durch das Land zurück zu ihrem Stammsitz, der Residenz der de Mares – Branshügel. Vater Bran war zusammen mit dem kräftigen Knecht aufgebrochen, in Muschelstrand nach dem Rechten zu sehen als die ersten besorgten Neuigkeiten von Sichtungen unheimlicher Schiffe eintrudelten. So brachen die vier Helden zusammen mit dem Rest der Familie, Stiefmutter, Alte, Kinder vornehmlich, überstürzt in einer nebligen Nacht auf. An Schlagkraft ermangelte es ihnen, größere Konfrontationen sollten sie besser meiden.

Doch wer waren diese auf ihre Art vom Schicksal Auserkorenen?

Almund, von jedem Alme gerufen, obersters Hausdiener der de Mares aus der Gegend, tief verwurzelt in diesem schönen Tobrien, Aylin, Junker Brans jugendliche Tochter, die von der Welt nicht viel mehr als ihren Hof und Jasts Geschichten aus den Tulamidenlanden kennt, Tintin, ihr thorwalscher Leibwächter seit Kindertagen, Veteran der Orkkriege wie Bran selbst, und Nakila, eine reisende Nivesin auf der Suche nach ihrem spirituellen Selbst, die sich ihnen in Mendena angeschlossen hatte.

Häufiger geschieht es, dass die Gruppe anderen, größeren Flüchtlingstreks ausweicht – nicht zuletzt ob der bitteren Erfahrung, dass diese gern von schwarzgewandeten Spähern attackiert werden. Die Angst vor Verfolgern sitzt ihnen im Nacken wie der eisige Atem eines Karmanath – derer sie sich dreien erwehrt haben. Unter Verlusten nähern sie sich an Muschelstrand vorbei, dass Nakila verlassen vorfindet, über Burgheym, wo die Soldaten sich noch über das Ausbleiben von Händlern aus Richtung Menenda wundern, schließlich Shamaham. In einem kleinen Dorf davor kommt es zu einer überaus blutigen Auseinandersetzung mit einer größeren Gruppe der offensichtlichen Invasoren, bei der ein Gutteil des Dorfes sein Leben lässt. Doch der Angriff wird zurückgeschlagen und sie sind nunmehr den Angreifern einen Schritt voraus. In Shamaham warnen sie die dortige Bevölkerung derart eindringlich, dass diese beschließt, in den Ogerbusch zu ziehen und den Sturm abzuwarten. Das nicht ganz uneigennützige Gesuch der Dorfältesten um die Safranhändlerin Maline Erber, das Dorf mit ihrer Kampfkrat zu geleiten, schlägt unsere Reisegruppe nach kurzer Beratung einhellig aus. Stattdessen machen sie sich auf den Weg gen Beilunk, in der Hoffnung, dass diese große Stadt Sicherheit bietet. Auf halbem Wege nach Grünheim am Radrom kontaktieren sie unfreiwillig und erneut kämpferisch eine kleine Spähertruppe, die der inzwischen erschöpften Gruppe einen weiteren, schmerzlichen Verlust zufügt. Als in der nächsten Nacht die am Vortag Erschlagenen begleitet von einem offenkundig mächtigen Nekromanten das Lager angreifen, stehen alle Zeichen erneut auf Flucht. Doch das nachtschwarze Pferd des Magiers holte den von einem müden Pony gezogenen Karren ein, wäre nicht unversehens ein weiterer Opponent auf den Plan getreten. Sein Wirken verkehrt die Flüche des schwarzen Magiers, sodass dessen destruktive Kraft sich gegen ihn selbst richtet. Dem war er nicht gewachsen und verging. Der glücklich Herbeigeeilte entpuppte sich als freundlich Gesinnter und lud, Bambidil geheißen, die Helden samt Familienanhang ein in sein behagliches Heim. Was dort nun passiert, bleibt vorerst unter einem Mantel des Schweigens verborgen.

Klar ist jedoch das Ziel dieser Reise – Beilunk.

Dort gibt es für die Gruppe keinen Grund mehr, geschlossen weiterzuziehen, weshalb ein Ende der Kampagne dort beschlossen wurde. Bis dahin wird es noch ein bis drei Sitzungen dauern, dennoch haben wir schon ein Thema der Folge-Kampagne erarbeitet – Gareth. Dort, im Herzen des Mittelreiches, zu friedlicheren Vorzeichen als in Tobrien inmitten der Invasion der Verdammten, soll ein leichtherzigeres Spiel möglich sein. Bisher gab es viele Charakter-Vorschläge, die sich auf der eher schattigen Seite des Gesetzes sehen und Besitzrechte tendenziell großzügig auslegen. Auch hier darf man gespannt sein. Wird es dem Goldenen-Hartwurst-Meister gelingen, in sich geschlossene Episoden spannend zu inszenieren? Werden wiedererkennbare Elemente auftreten, die eine dynamische Reaktion der Umwelt auf die Aktionen der Spieler ausdrücken? Wann wird es losgehen? Gibt es einen Alrik?

7G, Das Schwarze Auge, Gedankenstrang, Perlenmeer

Aktuelles im August

Als musikalische Empfehlung für diesen Post: Curse of Monkey Island – Main Theme (mp3)

Die Zeit-Obligationen des realen Lebens reißen nicht ab. Deshalb kann ich mich weniger als gewünscht dem Blog und seinen Inhalten widmen, sodass ich noch keinen genauen Zeitrahmen nennen kann für die folgenden Projekte, die nicht tot sind, sondern nur schlafen.

  • Das Abenteuer für den Drachenzwinge-Wettbewerb ist noch rechtzeitig fertig geworden. Mit einer etwaigen Veröffentlichung hier warte ich jedoch selbstverständlich das Ergebnis des laufenden Prozesses ab.
  • Eskapismus lebt. Als Teaser an dieser Stelle schonmal das Interview mit P. Sloterdijk in der lettre.
  • Zur SG-light-Kampagne steht noch eine genauere Auseinandersetzung mit TSA aus. Vom Stile her wohl wie die mit RAHja, eingefasst in die lose Reihe über derische Götter, wenngleich im Umfang (wie es bisher aussieht) geringer. Als Nächster, obschon OT verfrüht, kommt wohl der Herr N. an die Reihe – er gewinnt in einer anderen Konstellation IT nämlich rasant Relevanz. Womöglich noch früher als TSA, aber, ach!, tempus fugit.
  • Die SG-light-Kampagne soll immernoch bald stärker in den Metaplot (aka Blaut Blüten auf goldenem Grund) einsteigen, jedoch befindet sie sich zur Zeit in der de facto Sommerpause. Hier ein Festival, da in der Heimat, dort keine Zeit finden sich vielfältige Gründe für mindestens eine*n Mitspieler*in, auch am nächsten Donnerstag nicht zu können. Dies betrifft zumeist ein und die selbe Person. Daher haben wir uns, da wir nicht in unvollständiger Besetzung spielen oder oneshots als Flickwerk dazwischenschießen wollen (wobei Letzteres zweimal ganz gut gepasst hat), dazu entschieden:

Le Chuck mag Guybrush Threepwood sehr gern. Er hat sogar eine Puppe von ihm.

  • Eine Parallel-Kampagne wird aufgezogen. Als Ausgleich für fehlende Sitzungen der SG-light-Gruppe findet gewohnt am Donnerstag Spiel statt. Wenn nicht alle können, in der Parallel-Kampagne. Thema dieser: Die Charyptik – im Stile Monkey Islands, als Gegengewicht zum ganzen Krieg in Tobrien. Natürlich nicht fehlen darf dabei die passende musikalische Untermalung. Diese Woche gehts los, mal schauen, ob ich mich dem genialen Humor einigermaßen annähern kann.
  • Hierzu habe ich mich, wie vor einiger Zeit erwähnt, mal Twinery zugewendet, um den Twinery2 example chartPlot klar zu bekommen. Für komplexere Befehle finde ich die Syntax nicht intuitiv – mag allerdings auch daran liegen, dass die verwendete Programmiersprache eine mir bisher unbekannte ist 😉 Ein einfaches Gerüst (oder auch ein unübersichtliches, wenn man nicht aufpasst) ist damit schnell erstellt und bietet, so durchdacht, eine gute Übersicht über die anstehende Geschichte.

Zu den letzten beiden Punkten darf man ähnlich gespannt bleiben wie ich, ob die Helden die Begegnung mit dreiköpfigen Affen überstehen, sich in Beleidigungsfechten behaupten, nicht von dem falschen Wudu-Priester anquatschen lassen und wir zusammen uns nicht im Dickicht der Wirrheit verlaufen.

Zum Schluss noch der Hinweis, dass das aktuelle Karnevalsthema Geld, Gold & Schätze von Greifenklaue für die Perlenmeer-Kampagne natürlich wie gerufen kommt! Vielleicht richte ich eine eigene Seite ein…

 

EDIT 29.12.2016:

Nun, einige Monate später, ist die Parallel-Kampagne noch nicht weit fortgeschritten. Der (halbwegs) erwartete (na gut, vielmehr erhoffte) Sprung in der Cut-Freudigkeit meinerseits und damit einhergenend einer rapiden Beschleunigung des Spiels (storytechnisch) ist ausgeblieben. Hinzu kommt eine eher geringe Anzahl an Sitzungen – was insofern eine gute Nachricht ist, als stattdessen die Haupt-Kampagne bespielt wurde (siehe auch hier). Einen berichtenswerten Erfahrungsgewinn gibt es dennoch zu vermelden: Das obig angepriesene Twinery finde ich nach wie vor praktisch – aber. Weder habe ich komplexere Strukturen damit gebaut (Zeitmangel?), noch beim vorweihnachtlichen Systemupdate daran gedacht, die vorhandenen Notizen explizit zu exportieren – und damit zu backupen. Gut, nun habe ich die Struktur größtenteils memoriert, doch bleibt der entscheidende Unterschied zum Papier: Letzteres vergisst nicht. Solange ich es nur in Papierbergen versinken lasse, besteht immernoch die Hoffnung, in einer zwergischen Minenarbeit alte Schätze wiederzuentdecken (also den Zettel mit dem Organigramm darauf zu finden). Digital gestaltet sich die Suche entweder einfach (mit Backup im GDrive oder Dropbox) oder nahezu unmöglich (ohne ein solches).

7G, Das Schwarze Auge, Gedankenstrang, karneval der rollenspielblogs

DSA ist bunt.

Gestoßen auf den diesmonatigen Karneval zum Thema Romantik&Liebe bei d6ideas, der unartikuliert großen Anstoß nimmt an der Frage nach Homosexualität im Rollenspiel. Dass Gender eine noch immer sehr fruchtbare Grundlage für Diskussionen und hitzige Gefechte (auf sehr emotionalem Level) ist, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Lustigerweise kam mir vor wenigen Tagen eine Eingebung, die dieses Thema ebenfalls tangiert…

Weiterlesen

7G, Das Schwarze Auge, Uncategorized

Aktuelles im Juli

Was gibt es denn Aktuelles diesen Monat, nachdem letzten Monat es ja gar kein Update gab??

  • Das OT-Leben beansprucht Raum und Zeit, daher gibt es momentan keinen wöchentlichen Takt.
  • Der langersehnte RAHja-Beitrag ist fertig.
  • Die SG-light Gruppe ist fast in Shamaham angekommen und damit kurz davor, in den ofiziellen Plot-Rahmen zu springen. Das könnte man bei Gelegenheit doch mal als Anlass nehmen, eine versprochene Zusammenfassung zu bieten *hust*
  • Die Idee mit dem Drachenzwinge-Wettbewerb-Abenteuer hat noch einiges an Arbeit vor sich. Momentan sieht es danach aus, als würde, wenn überhaupt zeitlich schaffbar, der Shamaham-1-shot ausgebaut werden hierzu.
  • Der Vortrag beim Geekend des CCCHB war vollbesetzt und ein ebensolcher Erfolg. Wer als Lust hat auf Spielleiten – aber richtig©, der sei an die Präsentation oder den passenden Post, der etwas ausführlicher ist, verwiesen. Mit einem Augenzwinckern, versteht sich.
  • Das nächste Projekt nach dem RAHja-Marathon ist Eskapismus.
  • Beim Stöbern im Orkenspalter-Archiv habe ich eine Latex-Klasse für DSA-Heldenbögen u.ä. entdeckt. Wunderbar, dachte ich mir. Leider habe ich es bisher noch nicht zum Laufen bekommen (polyglossia!) – möglicherweise ist meine Tex-Distro zu alt… Dennoch setze ich Einiges an Interesse hierin und werde mich weiter bemühen, Lauffähigkeit zu erreichen.

Na, das ist doch eine gar nicht mal so kurze Update-Liste, schön. Apropos: Was ist mit Alrik⁴? Mein grauer Alltag ist weniger witzig ohne Rurs Vielfalt, Bruderschwestern!

7G, Das Schwarze Auge, Gedankenstrang

Aventurien von gestern, heute die Welt

Ein Vorschlag zur Begleitung der Lektüre. Alternativ hier.

Flüchtlinge inneraventurisch als aktuelles Thema

Im Zuge der Invasion Tobriens durch Borbarads Horden sind Tausende Menschen aus dieser Gegend geflohen, vornehmlich ins Mittelreich und Bornland. Gegeben die durchaus wenig ausgeprägten Reisetätigkeiten von Alrik Normalaventurier, waren diese Menschen wohl ähnlichen Ressentiments unterworfen wie (außereuropäische) Flüchtlinge heute (in Europa). Was liegt da ferner, als dieses Thema im Zuge einer leicht anderen Betrachtung der 7G-Kampagne aufzugreifen? Weiterlesen

7G, Das Schwarze Auge, Uncategorized

Aktuelles im Mai – 7G-Edition

Das Journal

Ein leidiges Thema: das Protokoll. Irgendwie sind alle (oder zumindest ich als Meister) froh, eine Erinnerungsstütze zu haben und andererseits aber auch nicht auf der Arbeit sitzen zu bleiben. Bisher hatten wir es daher so gehalten, dass zu Beginn ein (mehr oder minder) Freiwilliger gekürt wurde, der dann für diese Sitzung das Protokoll verfertigen durfte. Als Anreiz lockte ich mit AP, variabel nach Güte (und obgliatorisch: Vollständigkeit) des selbigen. Auf Unmut gestoßen ist jedoch die Diskrepanz aus IT- und OT-Fortschritt bei eine*r Spieler*in, weshalb fortan in der 7G-light-Gruppe das Protokoll keine AP mehr gewinnt, stattdessen etwas mehr AP pro Sitzung verteilt werden (also alle genau so viel bekommen, wie wenn sie immer abwechselnd ein mittelprächtiges Protokoll verfertigten) und zur Befürchtung steht (bei mir), dass die Qualität dieser darunter leiden wird. Sei’s drum, dies führt mich nämlich direkt zum nächsten Punkt.

Charakter- und Spielerwissen

Weiterlesen

7G, Das Schwarze Auge, Uncategorized

Die Sieben Gezeichneten ‚light‘

7G #geil

Wer kennt das nicht: Der Metaplot ist groß und schön, die eigenen Charaktere aber nicht. Anstatt nun aber so lange Ratten zu erschlagen und Blumen zu pflücken, bis der eigene Held episch genug für eine so rabiate Aufgabe wie die der Gezeichneten ist, kann leicht OT eine Menge Zeit ins Land ziehen. Fertige Übercharaktere sind aus verständlichen Gründen nicht weniger problematisch – haben sie doch einen Großteil ihres Lebens schon hinter sich. Gerade für Anfänger stellt dies eine enorme Hürde für die Immersion und die Identifikation mit dem Charakter dar.

Anfänger, ernsthaft?

Um dem nun zu begegnen, versuche ich mich momentan in einer Gruppe daran, Anfängerhelden durch die Invasion Tobriens 1019BF zu führen – und zwar durchaus auch an den Metaplot (und damit die Gezeichneten) heran. Wahrscheinlich wird keiner von ihnen ein Zeichen tragen, möglicherweise werden sie (gerade jetzt zu Beginn) scheinbar nur verlieren (was SG3 ja auch so vorsieht…), doch wenn sie die Initialphase überstanden haben werden, können sie mit Stolz auf ihre (Überlebens-)Leistung blicken. Sie können hautnah mittelreichisch-provinzielle Ressentiments gegen Flüchtlinge erleben (ein OT geopolitisch aktuell brisantes Thema) und, so sie es wollen, sich an der Rückeroberung der besetzten Gebiete beteiligen.

Aktueller Stand:

  • die Helden sind aus Mendena geflohen, als dieses von den schwarzen Horden überrannt wurde
  • in der Feste Löwenstein haben sie sich dagegen entschieden, doch noch einen Tag auszuruhen…
  • und befinden sich gerade auf dem Rückweg nach Hause (südlich von Sardosk)

Was sie zu Hause wohl erwartet?